Das Trachtendenkmal – der Startpunkt
Unser Spaziergang beginnt gleich neben dem Haus des Gastes: Das Denkmal am Martin-Staudacher-Weg erinnert mit seinem charmanten kleinen Brunnen an die Wiederbelebung der traditionellen Gebirgstracht.
Der Gebirgstrachten-Erhaltungsverein Bayrischzell – der älteste seiner Art in Bayern – wurde 1883 von Lehrer Josef Vogl gegründet. Am 11. Juni 1933, zum 50. Jahrestag des Vereins, wurde das Trachtendenkmal feierlich eingeweiht.
Die Rosenkranzkapelle
Die Rosenkranzkapelle wurde im Jahr 1913 von Graf Schönborn-Wiesentheid zu Ehren der Rosenkranzkönigin erbaut. Sie ist ein beeindruckendes Beispiel für kunstvolle religiöse Architektur in Bayrischzell.
Der Innenraum wurde von Kunstmaler Graf Angelo von Courten ausgemalt. Am Altar befindet sich eine geschnitzte Muttergottesstatue mit Rosenkranz – gefertigt von Ammergauer Schnitzern nach einem traditionellen Riemenschneider-Design. Der Rosenkranz stammt wahrscheinlich aus Palästina und wurde von Papst Leo XIII. geweiht.
Das Kriegerdenkmal
Erbaut und eingeweiht im Jahr 1923, ist dieses Denkmal wohl einmalig in seiner Art: Statt eines sterbenden Kriegers zeigt es einen Sohn der Berge in seiner Heimattracht – mit aufgekrempelten Hemdärmeln, Lederhose und Waldstrümpfen.
Sein Blick erhebt sich wehmütig zum Wendelstein. Der Gedanke für diese besondere Darstellung stammte vom Lehrer und späteren Chronisten Michael Meindl.
Das neue Rathaus
An dieser Stelle stand ursprünglich der „Stefflbauernhof", der erstmals 1451 urkundlich erwähnt wurde. Der Name leitet sich von Stephan von Lippen ab, einem früheren Besitzer, der um 1508 hier lebte.
Später ging das Anwesen in den Besitz der Gemeinde über. Unter Bürgermeister Alois Kastl wurde der alte Hof 1966 abgerissen – das „Haus des Gastes" und das Rathaus entstanden unter einem gemeinsamen Dach.
Die Trachtenkapelle
Am 24. April 1983 wurde die Trachtenkapelle feierlich eingeweiht – als ewige Erinnerung an das 100-jährige Bestehen des Trachtenvereins Bayrischzell. Die Kapelle wurde von den Vereinsmitgliedern in Eigenleistung erbaut.
Sie soll künftige Generationen an die Bedeutung der traditionellen Heimsitten und Bräuche erinnern. In der Chronik von Michael Meindl wurde die Einweihung als „besonders zu erwähnender Tag" festgehalten.
Die Königslinde
Die Königslinde ist ein historisches Naturdenkmal, das 1858 zur Erinnerung an die Besteigung des Wendelsteins durch König Max II. gepflanzt wurde. Sie symbolisiert die enge Verbindung der Region mit der bayerischen Monarchie.
Heute ist sie ein beliebter Anlaufpunkt für Wanderer, die dem „Maximiliansweg" folgen – einem historischen Pfad, der in etwa drei Stunden auf den Wendelstein führt.
Der Peterbauer & das Peterhof-Kino
Der Peterbauer ist erstmals im 15. Jahrhundert urkundlich erwähnt. 1953 wurde anstelle eines alten Viehstalls das „Peterhof-Lichtspiele"-Kino erbaut – ein zentraler Ort für Filmvorführungen im Dorf.
Heute ist das Kino geschlossen, wird jedoch gelegentlich für Kunstveranstaltungen genutzt. Die Weinstube im Wohnhaus des Peterbauers ist ebenfalls Geschichte.
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Der Tannerhof
Erstmals 1470 erwähnt, hat sich der Tannerhof von einem einfachen Bauernhof zu einem einzigartigen Naturhotel und Gesundheitsresort entwickelt. Seit 1905, als Dr. Christian von Mengershausen das Anwesen erwarb und in ein Sanatorium umwandelte, ist der Tannerhof ein Ort der Erholung.
Bekannt ist er für seine unkonventionelle Architektur – preisgekrönte Hüttentürme aus Holzschindeln – sowie für seinen nachhaltigen Ansatz ohne Plastik und mit selbst erzeugter Energie.
Die Evangelische Heilig-Geist-Kirche
Die Evangelische Heilig-Geist-Kirche wurde 1954/55 erbaut – finanziert durch eine Stiftung der amerikanischen „Wooden Church Crusade". Das markante Glasfenster nimmt die gesamte Höhe der Kirche ein und lässt das Licht in voller Breite auf Altar, Taufbecken und Empore fallen.
Das farbige Ostfenster, gestaltet von Sirius Eberle, zeigt den Apostel Petrus und den Evangelisten Johannes.
Die Tannermühle – der Endpunkt
Die Tannermühle ist ein Ort voller Geschichte und Legenden. Einer alten Volkssage zufolge ließen sich vor fast 1000 Jahren die Mönche Otto und Adalbert in der abgeschiedenen Waldregion von Bayrischzell nieder – einer von ihnen soll in einer Felshöhle unter der heutigen Wasserfallbrücke gelebt haben.
Diese Legende wurde Ende des 12. Jahrhunderts von Conrad von Scheyern in die Chronik von Scheyern aufgenommen. Heute ist die Tannermühle ein exklusives Day-Spa und Dorfbad, direkt am beeindruckenden Wasserfall.