Vom 19. September bis 4. Oktober 2026 ist Theresienwiese. Es ist das 191. Oktoberfest, und es dauert 16 Tage.
Diese Seite steht hier aus einem bestimmten Grund. Wer zur Wiesn will und in München ein Zimmer sucht, kennt das Problem. In Bayrischzell ist es ruhig, und der Zug fährt ohne Umsteigen hin und zurück.
Warum das von Bayrischzell aus funktioniert
Die RB 55 fährt von Bayrischzell über Miesbach und Holzkirchen bis München Hauptbahnhof. Ohne Umsteigen, in rund 80 Minuten, tagsüber stündlich.
Und ich sage es gleich dazu: Mit dem Auto würde ich nicht fahren. Die Parkplatzlage rund um die Theresienwiese ist während der Wiesn sehr schlecht, und was du am Ende an Zeit für die Parkplatzsuche verlierst, hast du im Zug längst gelesen oder geschlafen.
Und jetzt die Zahl, auf die es ankommt: Der letzte Zug fährt um 0:10 Uhr am Hauptbahnhof ab und ist um 1:30 Uhr in Bayrischzell. Davor geht einer um 23:10 Uhr. Das gilt an allen Tagen, auch samstags und sonntags.
Rechne das gegen die Zeltzeiten: In den großen Zelten ist um 22:30 Uhr letzter Ausschank, um 23:30 Uhr schließen sie. Vom Zelt zum Hauptbahnhof sind es 15 Minuten zu Fuß. Du musst also nicht früher gehen als alle anderen, und du stehst am Ende nicht am Bahnsteig und rechnest.
Bayrischzell liegt im MVV, Zone 9. Ein Ticket deckt die ganze Strecke ab, Zug und U-Bahn in München zusammen. Die Tageskarte kostet 25,00 Euro allein. Zu zweit bis zu fünft nehmt ihr die Gruppen-Tageskarte für 39,50 Euro, Kinder zwischen 6 und 14 zählen dabei halb. Beide gelten bis 6 Uhr früh am nächsten Tag.
Zu fünft sind das 7,90 Euro pro Person für Hinfahrt, Rückfahrt und alles dazwischen.
Und wenn du bei uns übernachtest, wird es noch billiger
Übernachtungsgäste in Bayrischzell bekommen von ihrem Gastgeber die Gästekarte. Mit ihr fährst du in den MVV-Zonen 6 bis 9 kostenlos, und da liegt die ganze Strecke von Bayrischzell bis kurz vor München schon drin.
Für den Rest brauchst du nur noch ein Ticket für die Zonen M bis 5. Das kostet als Tageskarte 17,50 Euro allein oder 32,60 Euro für zwei bis fünf Personen zusammen, statt 25,00 beziehungsweise 39,50 Euro für die ganze Strecke.
Und wer ein Deutschlandticket hat, braucht für die Fahrt ohnehin gar nichts dazuzukaufen.
Die Gästekarte ist personengebunden und gilt nur mit Lichtbildausweis. Angaben ohne Gewähr, verbindlich ist der MVV.
Was das praktisch heißt: Du brauchst kein Auto, keinen Parkplatz und keinen Gedanken daran, wer heute fährt. Du steigst in Bayrischzell ein und in München wieder aus, und abends genauso zurück. Die Fahrkarte löst du vorher, nicht im Zug.
Das Wichtigste für die Rückfahrt: der richtige Zugteil
Die Züge nach Bayrischzell, zum Tegernsee und nach Lenggries fahren zwischen München und Holzkirchen meist zusammengekuppelt und werden in Holzkirchen getrennt. Setz dich also nicht irgendwo hinein, sondern in den Teil, an dem Bayrischzell steht. Das ist außen am Wagen und innen auf den Anzeigen zu sehen, und im Zweifel fragst du am Bahnsteig jemanden vom Personal.
Wer im falschen Teil sitzt, steht mitten in der Nacht am Tegernsee. Das ist der eine Fehler, den man auf dieser Strecke machen kann.
Was wann läuft
Samstag, 19. September: die Eröffnung
Um 10:35 Uhr startet der Einzug der Wiesnwirte in der Sonnenstraße auf Höhe Josephspitalstraße und ist gegen 12 Uhr auf der Theresienwiese.
Um Punkt 12 Uhr zapft der Münchner Oberbürgermeister Dominik Krause in der Festhalle Schottenhamel das erste Fass an, zum ersten Mal. Zwölf Böllerschüsse vor der Bavaria geben danach den Ausschank in allen Zelten frei.
Wichtig für den ersten Tag: Die Zelte öffnen schon um 9 Uhr, alkoholfreie Getränke gibt es ab 10 Uhr, Bier erst ab 12 Uhr.
Sonntag, 20. September: Trachten- und Schützenzug
Von 10 bis etwa 12 Uhr, der Werbevorlauf beginnt schon um 9:25 Uhr. Sieben Kilometer lang, nach Angaben des Festrings München über 9.000 Mitwirkende in 60 Zugnummern. Der Zug startet am Max-II-Denkmal in der Maximilianstraße und geht über Residenzstraße, Odeonsplatz, Ludwigstraße und Brienner Straße bis zum Esperantoplatz an der Theresienwiese.
Zuschauen am Straßenrand kostet nichts. Wer sicher sitzen will, nimmt einen Tribünenplatz für 40 Euro, das Kombi-Ticket für beide Oktoberfestzüge kostet 60 Euro. Tribünen stehen unter anderem in der Maximilianstraße, am Max-Joseph-Platz, am Odeonsplatz, am Stachus, in der Sonnenstraße und am Kaiser-Ludwig-Platz.
Wenn du kostenlos zuschauen willst, dann sei früh da. Die guten Plätze an der Strecke sind vergeben, bevor der Zug losgeht.
Und falls es nicht klappt: Der Zug wird im Fernsehen live übertragen. Das ist auch nicht das Schlechteste, man sieht dort mehr als aus der dritten Reihe am Straßenrand.
Wenn du nur einen Tag Zeit hast und Trachten und Musik magst, ist das der Tag.
Dienstag, 22. und Dienstag, 29. September: Familientage
An beiden Dienstagen bieten bis 19 Uhr viele Fahrgeschäfte, Schausteller und Imbissstände besondere Preise für Kinder und Familien. Nicht alle machen mit, es lohnt sich also, unterwegs auf die Schilder zu schauen. In den großen Zelten gibt es zusätzlich Kindergerichte zu eigenen Preisen.
Sonntag, 27. September: Standkonzert der Wiesnkapellen
Ab 11 Uhr zu Füßen der Bavaria. Die Festkapellen der Wiesnwirte spielen gemeinsam, mit prominenten Dirigenten.
Sonntag, 4. Oktober: Böllerschießen zum Abschied
Ab 12 Uhr an der Treppe zur Bavaria. Rund 60 bayerische Schützen verabschieden das Fest mit Salutschüssen. Danach ist noch nicht Schluss, Zelte und Fahrgeschäfte haben bis in den Abend geöffnet.
Die Oide Wiesn, falls dir das andere zu viel ist
Im Südteil der Theresienwiese läuft parallel die Oide Wiesn, ebenfalls vom 19. September bis 4. Oktober. Ein eingezäuntes Gelände mit nostalgischen Fahrgeschäften, drei Festzelten mit bayerischer Musik und einem Museumszelt mit kostenlosem Familienprogramm.
Bezahlt wird ab 15 Jahren, dann kostet der Eintritt 4 Euro. Wer jünger ist, kommt kostenlos rein, und ab 21 Uhr ist der Eintritt für alle frei. Die alten Fahrgeschäfte kosten 1,50 Euro pro Fahrt.
Was mir lieber ist: die Oide Wiesn. Sie ist ursprünglicher, ruhiger und nicht so reizüberflutet wie das Hauptgelände. Wer es ruhiger haben möchte, sollte sie auf keinen Fall auslassen.
Für Familien und für alle, denen das Hauptgelände zu wuchtig ist, ist das der ruhigere Teil.
Es gibt sie nicht jedes Jahr
Das wissen die wenigsten: Alle vier Jahre steht auf demselben Platz im Südteil das Bayerische Zentral-Landwirtschaftsfest, und dann muss die Oide Wiesn weichen. Zuletzt war das 2016 wirklich so.
2020 wurde das Landwirtschaftsfest wegen Corona abgesagt, 2024 wegen zu weniger Aussteller. Beide Male gab es deshalb stattdessen wieder die Oide Wiesn. Das nächste Landwirtschaftsfest ist für 2028 geplant.
2026 findet sie also statt. Wer sie sehen möchte und sich denkt, das hat ja Zeit, sollte das im Hinterkopf behalten.
Was 2026 neu ist
Drei Fahrgeschäfte kommen dazu. Shake & Roll entwickelt den klassischen Break Dance weiter, die Gondeln sind nicht starr montiert und können sich frei überschlagen. Fisherman's ist ein Neubau, der auf drei Etagen durch ein Fischerdorf führt, mit Wassereffekten. Das Chaos Pendel geht bis 42 Meter hoch und bis 80 Stundenkilometer schnell.
Bei den Zelten gibt es einen Wechsel: Bartls Flößerstadl übernimmt den Platz der Münchner Stubn und greift die Geschichte der Flößerei in München auf.
Das Fundbüro zieht um, vom Servicezentrum ins Deutsche Museum Verkehrszentrum auf der Theresienhöhe. Bei der Barrierefreiheit kommt Straße 4 dazu, es gibt Rollstühle zum Ausleihen mit Online-Reservierung und Sonnenblumen-Schlüsselbänder für Menschen mit nicht sichtbaren Einschränkungen.
Und die großen Zelte dürfen werktags schon ab 11 Uhr Musik spielen, am Wochenende ab 10 Uhr. Ausgenommen ist der Eröffnungstag. Bis 12 Uhr ist dabei ausschließlich traditionelle Blasmusik erlaubt, erst danach wird es lauter.
Öffnungszeiten
Das Festgelände ist Montag bis Donnerstag von 10 bis 23:30 Uhr offen, freitags bis Mitternacht, samstags von 9 Uhr bis Mitternacht, sonntags von 9 bis 23:30 Uhr.
Die Zelte öffnen Montag bis Freitag um 10 Uhr, samstags und sonntags um 9 Uhr. In den großen Zelten ist um 22:30 Uhr letzter Ausschank, um 23:30 Uhr ist Schluss. Zwei Ausnahmen: Die Käfer Wiesn-Schänke und Kufflers Weinzelt haben bis 1 Uhr offen, letzte Bestellung dort um 0:30 Uhr.
Vom Hauptbahnhof zur Wiesn
Zu Fuß dauert es etwa 15 Minuten. Du gehst durch den Südeingang aus dem Bahnhof, folgst der Bayerstraße nach rechts bis zur Kreuzung Hermann-Lingg-Straße, biegst dort links ab und läufst direkt auf den Haupteingang zu.
Ein Hinweis aus eigener Erfahrung: Der Münchner Hauptbahnhof wird gerade umgebaut. Vom Starnberger Bahnhof, wo unser Zug ankommt, sind deshalb Umwege nötig, und der Weg dauert länger als sonst. Rechne im Moment rund sieben Minuten zusätzlich ein, dann kommst du entspannt an.
Noch ein Hinweis für den letzten Zug: Der Regionalzug fährt nicht im Haupthallenbereich, sondern seitlich am Starnberger Flügelbahnhof. Bis dorthin ist es weiter als bis zum Bahnhofseingang, plane das mit ein.
Mit der U-Bahn ist die Station Theresienwiese (U4 und U5) die nächste, aber auch die vollste. Wenn du das umgehen willst, vor allem mit Kindern: Poccistraße (U3 und U6) ist relativ ruhig, etwa zehn Minuten Laufweg. Goetheplatz (U3 und U6) hat normalen Andrang, ebenfalls rund zehn Minuten. Schwanthalerhöhe (U4 und U5) ist stark besucht, knapp zehn Minuten.
Meine eigenen Wiesn-Erfahrungen
Ich war mehrmals dort, aus ganz verschiedenen Richtungen. Das hat mir eine ziemlich klare Meinung eingebracht.
Einmal mit der Familie am Wochenende. Nie wieder.
Wir waren mit den Kindern da, die waren damals noch klein. Wir sind nur durchgeschoben worden. Kein Stehenbleiben, kein Anschauen, kein Weiterkommen. Am Wochenende gehen wir als Familie nicht mehr hin, das steht für mich fest.

Als ich in München gearbeitet habe
Da hatte ich fünf Minuten zur Wiesn und bin oft nach der Arbeit kurz rüber, meistens gegen 16 Uhr. Eine Runde Achterbahn, ein bisschen schauen, und dann heim, bevor der Abendansturm losging. Also so gegen 17 oder 18 Uhr.
Ab da sind die Bahnen voll, und es strömt gefühlt ganz München auf die Theresienwiese.

Das ist bis heute mein Maßstab: Bis zum späten Nachmittag ist die Wiesn ein schöner Ort. Danach ist sie ein anderer.
Im Zelt, als jemand der kein Bier trinkt
Die Zelte kenne ich von innen, über Betriebsveranstaltungen meiner früheren Arbeit. Nach der Arbeit rein um 18 Uhr, bis 21 Uhr sitzen.
Für jemanden, der kein Bier trinkt, und dazu gehöre ich, ist das nur bedingt lustig. Entweder du machst voll mit, oder du beobachtest. Beides ist möglich, aber du solltest vorher wissen, worauf du dich einlässt. Ein Zelt ist kein Ort, an dem man nebenbei sitzt.
Wie ich es einem Gast raten würde
Fahr früh los, sei gegen 10:30 Uhr in München. Dann bummelst du in Ruhe über die Wiesn, fährst ein paar Fahrgeschäfte und kehrst mittags ein, ein Hendl oder was dir sonst taugt.
Das lässt sich gut bis in den Nachmittag ziehen, ohne dass du Massenandrang erlebst. Und am Abend bist du wieder im Leitzachtal, wo es ruhig ist.

Das Wochenende ist für mich persönlich ein No-Go. Wenn du den Trachtenzug sehen willst, brauchst du allerdings den Sonntag, daran führt kein Weg vorbei. Dann eben früh hin und früh wieder weg.
Und wo schläfst du?
Genau darum geht es auf dieser Seite. Die Wiesn ist das eine, ein ruhiges Zimmer danach ist das andere. In Bayrischzell und in den Ortsteilen gibt es Gasthöfe, Hotels und Ferienwohnungen, und der Zug hält bei uns direkt im Ort.
Was du nicht mitnehmen solltest
Am Eingang wird kontrolliert. Taschen dürfen höchstens drei Liter fassen oder 20 mal 15 mal 10 Zentimeter groß sein. Eine kleine Handtasche oder ein Mini-Rucksack gehen also, der normale Tagesrucksack nicht. Glasflaschen bleiben ebenfalls draußen.
Und auch wenn du früh dran bist: Ein Zelt kann bei Überfüllung geschlossen werden, darauf hat niemand Einfluss.
Alle Angaben ohne Gewähr, verbindlich ist das Programm der Landeshauptstadt München.
