Der Bayrischzeller Adventsmarkt ist der große Bruder des Geitauer Winterzaubers, und er hat eine Besonderheit, die ich so kaum wo anders kenne: Ein guter Teil des Marktes findet im Rathaus statt, auf zwei Etagen, dazu ein paar Stände draußen. Man schlendert also nicht nur von Bude zu Bude, sondern auch durch das weihnachtlich geschmückte Rathaus. Und was hier angeboten wird, ist überwiegend hochwertige Handarbeit, selbst gemacht, kein Ramsch von der Stange.
Drinnen und draußen
Diese Mischung macht den Reiz aus. Bei Kälte oder Schnee bist du drinnen im Warmen zwischen den Ständen, draußen läuft der Rest mit Glühwein und dem Duft von gebrannten Mandeln. Getragen wird der Markt von einer Interessensgemeinschaft aus Bayrischzeller Kleinbetrieben und Bürgern, ähnlich wie in Geitau. Es sind Leute von hier, die das jedes Jahr auf die Beine stellen, und jedes Jahr sind auch neue Aussteller dabei.
Die Wendelstein-Männlein
Der schönste Moment ist an beiden Tagen um 17 Uhr, wenn die Wendelstein-Männlein auftreten. Dahinter steckt eine alte Bayrischzeller Sage: Kleine Männlein sollen einst in den Höhlen des Wendelsteins einen Schatz gehütet und den freundlichen Almbauern nachts geholfen haben. Als neidische Leute aus dem Tal den Schatz stehlen wollten, verwandelte sich das wertvolle Erz vor ihren Augen in gewöhnlichen Kalkstein, und die Männlein verschwanden.
Anfang der 1960er hat der Bayrischzeller Musiklehrer Balthasar Acher aus dieser Sage etwas Lebendiges gemacht: Er wählte Kinder aus, ließ ihnen eigene Gewänder schneidern und schrieb ihnen für jeden Auftritt eigene Sprüche und Lieder. Die heutigen Wendelstein-Männlein hatten 2008 genau hier auf dem Adventsmarkt ihre Premiere, in original nachempfundenen Gewändern. Für jeden, der sie noch nie live gesehen hat, ein kleines Muss.

Der Wendelstein-Männlein-Weg
Die Sage begleitet dich auch am Berg: ein Familienweg mit Stationen rund um die Wendelstein-Männlein.
Für Kinder: Wurlitz der kleine Troll
Am Samstag um 16 Uhr kommt Wurlitz der kleine Troll, eine Kindershow, die die Kleinen jedes Mal fesselt. Im Zeitalter der Handys keine Selbstverständlichkeit: Solange die Show läuft, ist das Handy vergessen.

Christbaum von der Feuerwehr
Eine echte Bayrischzeller Institution ist der Christbaumverkauf der Freiwilligen Feuerwehr am Samstag. Das Praktische: Die Feuerwehr liefert den Baum auch nach Hause. Wir kaufen unseren Christbaum eigentlich immer hier. Ein Tipp aus Erfahrung: Wer einen der schönsten Bäume will, sollte gleich zum Start des Verkaufs da sein. Die besten sind erfahrungsgemäß in der ersten halben Stunde weg.

Termine 2026
Samstag, 28. November ab 14 Uhr und Sonntag, 29. November ab 10 Uhr, der Eintritt ist frei. Am Nachmittag und am Vormittag ist es eher ruhig, so richtig voll wird es gegen Abend. Wer es gemütlich mag, kommt früher, wer die volle Stimmung will, abends.
Gut zu wissen
Bezahlt wird in bar, Kartenzahlung ist mir an den Ständen nicht bekannt. Beim Parken hat man ein paar wenige Plätze direkt am Rathaus und im Ortszentrum, ansonsten stellt man unten an der Sportalm ab und geht die kurze Strecke hoch. Zu essen gibt es alles, was dazugehört: Würstel, Kuchen, Kaffee und warme Getränke.
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Aufwärmen im Sportalm Bistro
Die Sportalm liegt gleich unterhalb und ist ein guter Punkt zum Aufwärmen und Einkehren. Dort bekommst du übrigens auch einen Christbaum, den sie dir nach Hause liefern.
Bilder vom Adventsmarkt







Eine Woche vorher in Geitau
Wer den Advent im Tal auskosten will, fängt schon eine Woche früher an: Am Wochenende davor lädt der kleine, feine Geitauer Winterzauber vor der Roten Wand ein.
Geitauer Winterzauber
Klein, dörflich und einer der ersten Adventsmärkte im Landkreis, eine Woche vor dem Bayrischzeller Markt.


