Die Schliersbergalm liegt auf 1061 Metern über dem Schliersee, und sie ist eine der bekanntesten Adressen im Landkreis Miesbach. Von Bayrischzell sind es rund 20 Minuten mit dem Auto.
Der Reiz liegt darin, dass oben alles beieinander ist: Seilbahn, Sommerrodelbahn, ein beheiztes Schwimmbad, Minigolf, Spielplatz, Wirtshaus und Hotel. Ich bin seit vielen Jahren immer wieder dort, in manchen Jahren nur einmal, zu anderen Zeiten fast jeden Monat.
Hinauf mit der Bahn oder zu Fuß
Die Seilbahn ist eine Pendelbahn mit zwei Kabinen für je zehn Personen, 725 Meter lang, 230 Höhenmeter, und du bist in fünf bis sechs Minuten oben. Sie fährt alle 15 Minuten, im Sommer von 8:30 bis 22:00 Uhr, im Winter bis 18:00 Uhr.
Die Fahrt selbst ist schon schön. Du schaust hinunter auf den Markt Schliersee und auf den See, und bei gutem Licht siehst du die flachen Stellen im Wasser als helle Flächen liegen.

Zu Fuß brauchst du eine gute halbe Stunde. Der Weg ist auch für jemanden mit durchschnittlicher Kondition gut zu gehen, und ich finde ihn richtig schön. Viele machen es so: hinauf laufen und mit der Seilbahn oder gleich mit der Sommerrodelbahn wieder herunter. Wer nur bergab fährt, zahlt auch weniger.
Die Sommerrodelbahn


Sie ist 960 Meter lang, führt neben der Seilbahn den Hang hinunter, und die Schlitten fahren mit der Gondel wieder mit hoch. Eine Fahrt kostet dasselbe wie eine Bergfahrt mit der Bahn.
Das Tempo bestimmst du selbst über den Hebel. Du darfst ruhig durchdrücken, flott wird sie auf jeden Fall. Zwei Dinge solltest du trotzdem wissen:
Erstens ist das eine Sportanlage und kein Karussell. Wer zu schnell in die Kurve geht, kann aus der Bahn fliegen. Zweitens besteht die Bahn aus Kunststoff. Du bekommst einen Handschuh mit, aber pass auf deine Beine und Füße auf, wer da an der Bahn entlangschleift, holt sich leichte Verbrennungen.
Und ein Hinweis, den man selten irgendwo liest: Sie läuft nicht nur im Sommer. Sobald es trocken ist und das Wetter mitspielt, kannst du auch in der Übergangszeit und im Winter rodeln. Bei Regen bleibt sie zu.
Hans Bauer, der Mann hinter alldem
Die Alm wäre nicht das, was sie ist, ohne einen Mann aus Fischbachau: Hans Bauer, geboren am 8. Dezember 1924, gestorben am 17. Oktober 2014, kurz vor seinem 90. Geburtstag.
Er übernahm nach dem Krieg das Café seiner Eltern, wurde im Tal als der verrückte Bauer Hansl verspottet und machte mit 21 Jahren aus dem biederen Café die Crazy Alm. Später kam er über die Musik zu seiner eigentlichen Erfindung: Er experimentierte mit einem Akkordeon, einem Staubsauger und einer getrockneten Schweinsblase, und daraus wurde der Vorläufer eines Nachhallgeräts. Der Fabrikant Arthur Klemt setzte die Idee 1958 in Olching bei München technisch um, und Bauer taufte das Gerät Echolette.
Die Echolette wurde ein großer Erfolg, zeitweise gingen rund 800 Geräte im Monat raus, und sie stand hinter halb Deutschland auf der Bühne. Bauer selbst spielte Kontrabass, gründete mit Ambros Seelos die Kapelle The Jokers, betrieb Lokale in München und verkaufte eines davon an die Sängerin Caterina Valente.
Von dem Geld, das er mit der Echolette verdient hatte, kaufte er das Hotel über dem Schliersee, mit 90.000 Quadratmetern Grund und der Seilbahn, die dort seit 1951 als Zubringer stand. Damit verhinderte er, dass aus dem Haus ein Sanatorium wurde. Er öffnete die Alm für Gäste und baute sie nach amerikanischem Vorbild zum Freizeitpark aus. Die Hauptattraktion war seine zweite große Idee: die erste aus Kunststoff gefertigte Sommerrodelbahn Deutschlands. Sie wurde später auch an andere Freizeitparks verkauft.
Das Schwimmbad auf dem Berg

Ein beheiztes Freibad mit Blick über den Schliersee, das gibt es in der Gegend sonst nicht. Es war schon immer da und wurde inzwischen modernisiert. Der Eintritt kostet 6,00 Euro am Tag, Kinder von 5 bis 14 Jahren zahlen 4,50 Euro.
Was du wissen solltest: Die Kapazität ist begrenzt. Tageskarten gibt es vorab online, sie stehen am Vortag zum Herunterladen bereit und lassen sich bis dahin kostenlos stornieren. Reservierte Karten bekommst du auch an der Seilbahnkasse. An einem heißen Sonntag im August würde ich vorher buchen.
Was es oben sonst noch gibt
Ein paar Dinge stehen noch aus der alten Zeit, zum Beispiel die zwei hölzernen Sägemännlein, die eine Scheibe Holz absägen. Dazugekommen sind über die Jahre ein Minigolfplatz mit neun Bahnen, ein Spielplatz und eine Hüpfburg für die Kinder.


Der Alpenroller, eine Art selbst gesteuerte Bergachterbahn, steht zwar noch, ist aber nicht mehr in Betrieb.
Und eine Geschichte, die kaum jemand kennt: Von 1993 bis 2002 saß Radio Alpenwelle hier oben und war damit die höchstgelegene Radiostation Deutschlands. Umgezogen ist der Sender dann nach Bad Tölz, weil die Anfahrt im Winter zu mühsam war.
Einkehren und übernachten

Das Hotel wurde vor Kurzem erweitert und modernisiert, und zum Glück haben sie das Restaurant dabei nicht kaputtrenoviert. Drinnen ist die Atmosphäre noch die alte.
Ich habe dort oben sogar meine Hochzeit gefeiert. Die Küche war durch die Bank gut und auch preiswert. Inzwischen ist der ganze Außenbereich stark ausgebaut, mit kleinen Hütten und Liegestühlen, und die Preise liegen im oberen Mittelfeld. Überraschend ist das nicht: Das ist eine der Hauptattraktionen im Landkreis, in dieser Lage und mit diesem Blick zahlst du in Bayern überall ähnlich.
Was es kostet
Seilbahn und Sommerrodelbahn kosten dasselbe:
Erwachsene zahlen 12,00 Euro für Berg und Tal, 7,00 Euro für eine Richtung und 25,00 Euro für das 3er-Rodelticket. Jugendliche von 8 bis 14 Jahren zahlen 8,00 Euro, 5,00 Euro und 17,00 Euro. Kinder von 3 bis 7 Jahren zahlen 4,00 Euro, 3,00 Euro und 10,00 Euro.
Hunde dürfen mit, für 5,00 Euro Berg und Tal oder 4,00 Euro für eine Richtung. Das Adventure Golf kostet 7,00 Euro für Erwachsene und 5,00 Euro für Kinder bis 14 Jahre, ab 15 Personen zahlen alle 5,00 Euro.
Die Tickets gelten nur am Tag des Kaufs. Gruppenpreise ab 15 Personen gibt es auf Anfrage.
Wann hinfahren, und wo du parkst
Die Alm ist gut besucht, und das ist keine Übertreibung. Ruhig ist es eigentlich nur am Vormittag. Bei schönem Wetter und am Wochenende wird es voll bis sehr voll, bei schlechtem Wetter ist der Zeitpunkt dagegen ziemlich egal.
Der wichtigste praktische Tipp betrifft das Parken: Die Parkplätze an der Talstation sind knapp. Das liegt in der Natur der Sache, die Talstation liegt selbst schon über dem Ort, und viel Platz ist da oben nicht. Außer du kommst am frühen Vormittag, würde ich immer unten im Ort parken und die paar hundert Meter hinauf zur Talstation gehen. Das spart Nerven und meistens auch Zeit.
Für wen sich die Alm lohnt
Für Familien ist es eine gute Mischung: Die Kinder haben Spielplatz, Hüpfburg und Minigolf, die Erwachsenen können sitzen bleiben und den Blick genießen. Und den gibt es nicht an einer bestimmten Stelle, sondern überall da oben, egal ob von der Terrasse, vom Bad oder von der Rodelbahn aus.
Wenn du länger bleiben willst
Der Schliersee liegt zwischen Bayrischzell und München, ein Nachmittag dort lässt sich gut mit ein paar Tagen bei uns verbinden.
Alle Angaben ohne Gewähr, verbindlich ist schliersbergalm.de↗.
Bildergalerie








Auf der Karte
Beim Laden der Karte werden Daten an OpenStreetMap übertragen.
- 1Talstation
Tipp: Auf einen Eintrag in der Liste oder direkt in der Karte tippen.



